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Losung des Tages

Durch Glauben verstehen wir, daß die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, so daß die Dinge, die man sieht, nicht aus Sichtbarem entstanden sind.
Hebräer 11,3

Predigt des Tages

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Die Spötter der letzten Tage

Der moderne Mensch soll davon ausgehen, dass alles von Anfang an immer den genau gleichen Gesetzen gefolgt ist. Nie habe Gott in der Vergangenheit in den Zeitlauf eingegriffen. Deshalb sei es auch nicht denkbar, dass dies in der Zukunft geschehen würde.

Petrus prophezeite, dass in der Endzeit der Glaube an die Wiederkunft von Jesus Christus verspottet und ins Lächerliche verdreht werden sollte (2.Petr 3,2–4): «… damit ihr gedenkt der von den heiligen Propheten zuvor gesprochenen Worte und des Gebotes des Herrn und Heilandes durch eure Apostel; indem ihr zuerst dieses wisst, dass in den letzten Tagen Spötter mit Spötterei kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheissung seiner Ankunft? …»

Während fast 2.000 Jahren Kirchengeschichte war es für die Menschen im christlichen Abendland eine Selbstverständlichkeit, zu glauben, dass Jesus Christus am dritten Tag auferstanden ist und dass Er in der Endzeit als Richter der Welt wiederkommen wird.

Durch die breite Einflussnahme der liberalen Theologie in Europa und in Nordamerika im Lauf des 20. Jahrhunderts wird die Wiederkunft von Jesus Christus nun von den breiten Massen innerhalb des einstigen christlichen Abendlandes geleugnet. Liberale Theologen der reformierten bzw. evangelischen Kirche sagen: Der «moderne Mensch» könne nicht an eine körperliche Auferstehung Jesu Christi glauben und ebenso wenig an Seine Wiederkunft. Das seien Mythen, die man in einem naturwissenschaftlich geprägten Zeitalter nicht mehr für bare Münze nehmen könne. Wer heute noch ausdrücklich an die Wiederkunft Christi glaubt, muss damit rechnen, dass er deswegen als «fundamentalistischer Christ» verspottet wird, weil er in der modernen Zeit immer noch wörtlich dasselbe glaubt, was Christen eigentlich durch die ganze Kirchengeschichte von fast 2.000 Jahren hindurch geglaubt haben. Diese Entwicklung musste kommen, und zwar genau in der Epoche, in der die Juden ins Land der Väter heimkehren würden.

Petrus erklärte in den weiteren Versen in Kapitel 3, weshalb die Spötter in der Endzeit nicht an die Wiederkunft Jesu glauben können. Sie gehen davon aus, dass alles von Anfang an immer den genau gleichen Gesetzen gefolgt ist. Nie habe Gott in der Vergangenheit in den Zeitlauf eingegriffen. Deshalb sei es auch nicht denkbar, dass dies in der Zukunft geschehen würde. Des Weiteren sagt Petrus, dass diese Spötter von diesem einheitlichen Zeitablauf der Vergangenheit ohne Gott deshalb so überzeugt seien, weil sie weder an Gottes direktes Eingreifen in der Schöpfung glauben noch an Sein übernatürliches Handeln in der Sintflut. Daraus folgt, dass in der Endzeit der Glaube an die Schöpfung durch Gott gemäss der Bibel in 1. Mose 1–2 und der Glaube an die Sintflut als weltweitem historischem Ereignis gemäss 1. Mose 6–9 über Bord geworfen sein würde (2.Petr 3,3–6): «… indem ihr zuerst dieses wisst, dass in den letzten Tagen Spötter mit Spötterei kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheissung seiner Ankunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so von Anfang der Schöpfung an. Denn nach ihrem eigenen Willen ist ihnen dies verborgen, dass von alters her Himmel waren und eine Erde, entstehend aus dem Wasser heraus, und bestehend inmitten des Wassers, durch das Wort Gottes, durch welche die damalige Welt, vom Wasser überschwemmt, unterging.»

Vers 5 spielt direkt auf den Schöpfungsbericht an, der mit den Worten «Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde» (1.Mo 1,1) beginnt (vgl. «… dass von alters her Himmel waren und eine Erde»).

Ferner fokussiert der Apostel insbesondere auf den dritten Schöpfungstag, und zwar auf die Verse 9–10 in 1. Mose 1. Im Schöpfungsbericht ist die Erde zuerst völlig von Wasser bedeckt. Erst am dritten Tag lässt der Schöpfer durch Seinen gebietenden Zuruf, durch Sein Wort, das Festland (hebr. jabbashah = w. «das Trockene») durch Auffaltung aus dem Wasser heraus entstehen, während das Wasser von da an das Festland als Ozean umgeben sollte (vgl. «eine Erde, entstehend aus dem Wasser heraus, und bestehend inmitten der Wasser, durch das Wort Gottes»).

In der Sintflut überflutete dasselbe Wasser, das vor dem dritten Tag der Schöpfungswoche den Planeten bedeckte, erneut das gesamte Festland, als «alle Quellen der grossen Tiefe» aufbrachen (1.Mo 7,11; vgl. «durch welche [d.h. Wasser] die damalige Welt, vom Wasser überschwemmt, unterging»).

Der Anfang von Vers 5 besagt, dass die Spötter den Schöpfungs- und den Sintflutbericht deshalb ablehnen, weil sie ihn nicht wollen. Sie lehnen ihn willentlich der letzten Tage ab («nach ihrem eigenen Willen ist ihnen dies verborgen»). Man kann Dinge nicht wissen, weil man sie nicht wissen will! Die Aussage der Spötter in Vers 4: «Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so von Anfang der Schöpfung an», muss nicht zwingend bedeuten, dass sie trotz allem an den Schöpfer-Gott glauben. Diese Redeweise passt sogar zu Atheisten! Stephen Hawking, einer der bedeutendsten Urknall-Theoretiker der heutigen Zeit, sagt in seinem im Herbst 2010 veröffentlichten Buch Der grosse Entwurf – Eine neue Erklärung des Universums, dass sich das Universum von selbst aus dem Nichts erschaffen habe. Der Grund, «warum es statt dem Nichts doch etwas gebe», sei «spontane Schöpfung» gewesen. Hawking outet sich in diesem Buch zum ersten Mal klar als Atheist. Er benutzt aber dennoch den Begriff «Schöpfung»! Doch der Schöpfer ist für ihn effektiv das noch nicht existierende Universum, das sich selbst erschaffen haben soll bzw. das Gravitationsgesetz, das schon vor der Materie existiert haben soll. Die Aussage, dass das Universum sich selbst erschaffen habe, ist natürlich absurd, denn es widerspricht allen Grundregeln der Logik und der Vernunft. Etwas, das noch nicht existiert, kann sich nicht selbst erschaffen, sonst müsste es ja schon existieren, bevor es existiert. Wenn er es anders gemeint hat, dann müsste er es auch anders sagen. Zudem widerspricht der Gedanke, dass Materie und Energie ohne Schöpfergott aus nichts entstanden seien, dem 1. Thermodynamischen Hauptsatz in der Physik.

Die Ablehnung der Sintflutgeschichte

Bis 1800 glaubten die meisten Geologen, dass die Sintflutgeschichte der Bibel eine ganz entscheidende Bedeutung im Zusammenhang mit der Erklärung der Herkunft der Erdschichten und der darin enthaltenen Fossilien spielte. 1830 kam eine neue Sicht der Dinge auf. Charles Lyell (1797–1875), ein Rechtsanwalt, der sich auch mit Geologie beschäftigte, empfand eine innere Ablehnung gegen die Sintflut. Die globale Sintflut beinhaltet ja den Gedanken, dass es einen heiligen Gott gibt, der die Schuld des Menschen nicht ungestraft lässt, sondern bereit ist, als Richter den gleichförmigen Lauf der Geschichte zu unterbrechen und direkt zu intervenieren. Dieser Gedanke war für Lyell unerträglich. Deshalb erfand er «das Prinzip des Uniformitarianismus», das besagt, dass die Abläufe in der Natur stets gleichförmig waren. Es habe keine grossen Katastrophen gegeben. Seit Anfang der Welt war es immer gleich. Das entspricht genau der Argumentation der Spötter in 2. Petrus 3,4: «Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so von Anfang der Schöpfung an.» Natürlich kann man die Erdschichten sehr naheliegend durch katastrophale Überschwemmungsereignisse erklären, ebenso die ungeheure Vielzahl der darin enthaltenen Fossilien. Unter normalen Umständen bilden sich ja keine solchen Erdschichten als gigantische Schichtenpakete, wie wir das zum Beispiel in den Schweizer Alpen so eindrücklich dokumentiert vorfinden. Aber für Lyell war wichtig, dass man nicht von Katastrophen spricht. Nein, die Schichten sollten seiner Meinung nach durch die ganz gewöhnlichen Vorgänge der Erosion mittels Wind, Regen, Hitze und Kälte etc. entstanden sein, ganz ohne Katastrophen. Das erodierte Material sei von Bächen und Flüssen weitertransportiert worden, genau so, wie wir das heute stets beobachten, und die Schichten seien ganz langsam, Millimeter für Millimeter, Zentimeter für Zentimeter entstanden. Klar, auf diese Weise entstehen keine mit fossilen Massengräbern gefüllte Schichten, wie wir sie weltweit finden, aber für Lyell war sein Prinzip des Uniformitarianismus wichtiger als solche Einwände dagegen.

Da die Idee einer nicht-katastrophischen Entstehung von riesigen Erdschichten in einem Kurzzeitrahmen keinen Platz finden kann, führte Lyell den Gedanken enorm langer Zeitspannen in die Geologie ein. Im 20. Jahrhundert wurde das Prinzip des Uniformitarianismus durch den Unterricht an den Schulen zum Allgemeingut gemacht. Die Sintflut wurde üblicherweise nicht mehr als Erklärung zur Bildung von Erdschichten und Fossilien gelehrt. Die Menschenmassen haben der Sintflut den Rücken gekehrt, für sie ist dieses Ereignis zum Mythos, zum Märchen geworden. Aber genau so sollte es kommen! In der Zeit, wenn die Juden heimkehren würden, sollte die Sintflut geleugnet werden.

Charles Lyell veröffentlichte in den Jahren 1830-1833 sein Werk Principles of Geology in drei Bänden. Als Charles Darwin um 1830 zu seiner fünf Jahre dauernden Weltreise aufbrach, schenkte ihm der Kapitän der Beagle, ein Vermessungsschiff der englischen Regierung, Band I von Lyells Buchreihe zur Geologie. Diese Publikation sollte für Charles Darwin von ganz entscheidender Bedeutung werden. Lyell lieferte ihm die Idee von enorm langen geologischen Zeitepochen, die Darwin für eine zufällige, allmähliche Entwicklung der Lebewesen dringend brauchte. Dadurch wurde die Ablehnung der Sintflutgeschichte die Grundlage zur Ablehnung der Schöpfungsgeschichte.

Die Ablehnung der Schöpfungsgeschichte

Bis ins beginnende 20. Jahrhundert glaubten die meisten Menschen im Abendland an die Wahrheit des Schöpfungsberichtes (1.Mo 1-2) und der Sintfluterzählung (1.Mo 6-9).

1859 veröffentlichte Charles Darwin sein erstes Buch über Evolution: Die Entstehung der Arten. Es sollte deutlich machen, dass man zur Erklärung der Vielfalt von Pflanzen und Tieren eigentlich keinen Schöpfer-Gott brauche. Alles habe sich entsprechend den Naturgesetzen von selbst entwickelt, ohne Gott.

1872 folgte ein weiteres einflussreiches Buch: Die Abstammung des Menschen. Darin erläuterte Darwin, dass das bereits in dem Buch von 1859 Gesagte natürlich auch für den Menschen gelte. Auch er sei das Produkt einer langsamen, natürlichen Entwicklung (Evolution), die keinen Schöpfer erfordere.

Diese Bücher stiessen damals in Akademikerkreisen bei sehr vielen auf ein enorm positives und begeistertes Echo. Der Zeitgeist war bereits reif zur Aufnahme solcher Ideen. Noch 50 Jahre davor wäre das so nicht möglich gewesen. Aber bis diese Gedanken und Ideen einer Evolution Allgemeingut der westlichen Gesellschaft werden sollten, brauchte es noch längere Zeit. Erst im 20. Jahrhundert wurde die Evolutionslehre dank Verbreitung durch Schule und Massenmedien von den breiten Massen aufgenommen, akzeptiert und assimiliert. Heute muss jeder, der immer noch an den Schöpfungsbericht der Bibel glaubt, darauf gefasst sein, dass er als «Ewiggestriger» und als «wissenschaftsfeindlicher Fundamentalist» abgetan wird. Doch es musste so kommen. Petrus hatte die willentliche Ablehnung des Schöpfungsberichtes für die Endzeit geweissagt: «Denn nach ihrem eigenen Willen ist ihnen dies verborgen, dass von alters her Himmel waren und eine Erde, entstehend aus dem Wasser heraus, und bestehend inmitten des Wassers, durch das Wort Gottes …» (2.Petr 3,5).

Petrus sagt, dass ihnen das Wissen um den Schöpfungs- und den Sintflutbericht «verborgen» sei. Es fällt auf, dass den Gegnern der Schöpfungslehre im Allgemeinen gar nicht bekannt ist, was im Bibeltext wirklich steht. Sie wissen weder, was er genau sagt, noch was er nicht sagt. Noch viel weniger ist ihnen die Bedeutung der Aussagen im Detail bekannt.

Die Ablehnung biblischer Wahrheiten wie die der Wiederkunft Christi sowie der Schöpfungs- und Sintflutgeschichte sollte sich nicht auf kleine Gruppen beschränken, sondern die Massen betreffen.

Dies hängt zusammen mit dem Massenabfall gemäss 2. Thessalonicher 2,3!

Jagd nach Mythen

Der 2. Timotheusbrief hat in besonderer Weise die Endzeit, «die letzten Tage» der Christenheit (2.Tim 3,1), im Auge. Ein prophetisches Detail findet sich in Kapitel 4 dieses neutestamentlichen Briefes:

«Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Lüsten sich selbst Lehrer aufhäufen werden, indem es ihnen in den Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und zu den Mythen sich hinwenden. Du aber sei nüchtern in allem, leide Trübsal, tue das Werk eines Evangelisten, vollführe deinen Dienst!» (V 3-5).

Der moderne, aufgeklärte Mensch von heute lehnt die Bibel als Gottes Wort ab. Er sieht die Bibel als Mythensammlung. Sie gibt ihm vielleicht noch Auskunft über das Denken der Menschen in der sogenannten vorwissenschaftlichen Zeit. Aber er lehnt jegliche Relevanz der Bibel für die moderne Zeit ab.

Der deutsche Theologieprofessor Rudolf Bultmann (1884-1976) entwickelte ein Programm zur Entmythologisierung der Bibel. Er behauptete, dass der moderne, wissenschaftlich denkende Mensch nicht mehr glauben könne, dass Jesus Christus auferstanden sei und dass Er wiederkomme. Es sei auch nicht möglich, die Bibel als historischen Bericht in seinen Einzelheiten ernst zu nehmen. Bultmann übte einen unglaublich starken Einfluss aus, nicht nur im Bereich der Theologie, sondern auch weit darüber hinaus.

Dem können wir entgegenhalten: Es ist uns möglich, den Nachweis zu liefern, dass die Bibel historisch absolut zuverlässig ist! Es ist uns auch möglich, die Theorien der liberalen Theologie zu widerlegen und ihre falschen Denkvoraussetzungen und Methoden offenzulegen.

Übrigens: Rudolf Bultmann hat sich noch vor seinem Tod bekehrt. Er hat im Blick auf seine Studenten um Vergebung gebeten wegen seiner Verbreitung von falschen Lehren. Dies bezeugte seine ehemalige Schülerin Prof. Dr. theol. Eta Linnemann, die ihrerseits auch eine ganz radikale Bekehrung und Hinwendung zu Jesus Christus erleben durfte.

Wir stellen nun ein interessantes Paradox fest: Obwohl der moderne Mensch sich erhaben fühlt über angebliche Mythen in der Bibel, stellen wir, besonders in der Folge der 68er-Bewegung, bei den grossen Massen einen förmlichen Run auf Mythologie, Science-Fiction, UFOGlaube, Fantasy und Horror fest. Dies gilt für alle möglichen Bereiche wie Film, Literatur, Musik, Computerspiele und sogar Kinderspielzeuge etc. Mythologische Filme wie zum Beispiel Star Wars, E. T., Die unendliche Geschichte, Herr der Ringe und Harry Potter brachten Abermillionen an Gewinn ein. Das hängt natürlich zusammen mit der nicht enden wollenden esoterischen Welle. Esoterik ist ein Milliardenmarkt. Einerseits gibt es eine weitverbreitete Ablehnung der Bibel («Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre [der Bibel] nicht ertragen … und sie werden die Ohren von der Wahrheit [der Bibel] abkehren») und andererseits eine Offenheit für allen möglichen irrationalen, religiös angehauchten Unsinn, der irgendwie in den Ohren kitzelt (vgl. «… und [werden] zu den Mythen sich hinwenden»). Es geht hier ganz nach dem Wort Napoleons: «Die Menschen glauben alles, es darf nur nicht in der Bibel stehen.»

Dr. Roger Liebi studierte Musik, Sprachen der biblischen Welt (Griechisch, klassisches und modernes Hebräisch, Aramäisch, Akkadisch) und Theologie

Mitternachtsruf
 

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