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INTERNET-RADIOS - Empfänger für die Rundfunk-Zukunft

Hinterm Hörfunk-Horizont geht's weiter: Per Internet-Radio kann man sich von der Enge des Antennenrundfunks freimachen, aus Tausenden Netz-Sendern wählen. Einen Computer braucht man dafür nicht. SPIEGEL ONLINE hat die wichtigsten Netzradio-Empfänger ausprobiert.

Die größten Hits der Siebziger, Achtziger, Neunziger und das Beste von heute - von wegen: Radio hören ist heute kein Spaß mehr. Zumindest, wenn man etwas anderes im Ohr haben will als den Top-40-Einheitsbrei, den die weitaus meisten Radiosender über den Äther funken. Aber es gibt ja das Internet, zum Glück. Über die globalen Datennetze senden Tausende Radiostationen ihr Programm in die Welt, kostenlos, live und mit einer Auswahl, die jedes analoge Sendeverfahren bei weitem überlasten würde.

Dass sich Internet-Radio trotzdem noch nicht als Musikberieselungsstandard durchgesetzt hat, dürfte an einem globalen Missverständnis liegen, der Annahme, man könne die Internet-Sender nur per PC empfangen - doch das ist weit gefehlt. Seit Jahren gibt es Empfänger, die auf Web-Radios spezialisiert sind, terrestrisch ausgestrahlte Radiostationen meist ganz ignorieren.

Mit solchen Geräten kann Radio wieder richtig Spaß machen, denn sie erweitern den Hörfunk-Horizont. Das Programm bestimmt man dabei weitgehend selbst, indem man sich aus dem Angebot Zehntausender Sender bedient. Vom kleinen Ein-Mann-Hobby-Musiksender mit Jazzsongs aus den Zwanzigern über Sport- und Kulturradios bis zu großen landesweit ausstrahlenden öffentlich-rechtlichen Sendestationen, ist so ziemlich alles zu finden.

Genau das aber stellt die größte Hürde für viele Web-Radio-Hersteller dar: Wie macht man ein derart überbordendes Angebot halbwegs intuitiv erfassbar, wie schafft man es, wie kommt man schnell zu jenen Sendern, deren Angebot man gerade sucht, womöglich ohne sie zu kennen? Und als wäre das noch nicht genug, rüsten die Radiohersteller ihre Geräte meist mit Zusatzfunktionen auf. Etwa, um die Musiksammlung vom PC über das Gerät hörbar zu machen oder um Songs von externen Geräten wie MP3- oder CD-Player wiederzugeben.

Im Folgenden stellen wir einige Geräte vor, die typisch für völlig unterschiedliche Nutzungsszenarien und Portemonnaies sind.

Die Musik ist überall - das Sonos-System

Sonos baut sozusagen die Luxusvariante des Internet-Radios. Schon das kleinste Modell, der Zone Player ZP90, kostet 349 Euro - ohne Verstärker, ohne Fernbedienung, ohne Lautsprecher. Glücklicherweise gibt es einen simplen Trick, wie man diese Nobelpreise zumindest ein wenig senken kann, dazu später mehr. Die herausragende Eigenschaft des Sonos-Systems ist aber, dass seine Komponenten über ein drahtloses Netz, ein W-Lan, miteinander verwoben sind und drahtlos gesteuert werden können.

Durch diese Technik kann man mehrere Sonos-Player zu einem Multiroom-System verbinden. Je nach Situation und Vorliebe kann man darin auf allen Playern dieselbe Musik oder auf jedem ein anderes Programm abspielen. Normalerweise liefe man stets Gefahr, dass ein solches System an seine Leistungsgrenzen stößt, vor allem, wenn man zwischendurch womöglich noch einen großen Download beginnt oder sich Online-Videos auf einem PC anschaut.

Sonos hat dieses Problem dadurch gelöst, dass die Player ihr eigenes W-Lan aufbauen, eine Art Parallelwelt zum bestehenden Heimnetz. Das Zusammenschalten der Player zu einem verschlüsselten geschlossenen Netz erfolgt dabei per Knopfdruck. Nur mindestens ein Player muss per Kabel an den DSL-Router angeschlossen sein, reicht dann die Internet-Verbindung an seine Player-Kollegen weiter. Steht der Router zu weit weg, braucht man die ZoneBridge, einen speziellen Drahtlos-Router, der mit 99 Euro zu Buche schlägt.

Musik ist überall, kommt von überall


Sind alle Geräte installiert, kann man endlich Musik hören, und das macht damit wirklich Spaß. Zum Einstieg ist es sinnvoll, die mitgelieferte Kontroll-Software auf einem PC oder Mac zu installieren, um das System einzurichten. Alternativ lässt sich die Anlage auch über die Sonos Controller genannte Fernbedienung steuern, die mit 399 Euro allerdings reichlich teuer ist. Als Variante bietet Sonos eine kostenlose Steuersoftware für Apples iPhone und iPod touch an, die in mancherlei Hinsicht bedeutend besser funktioniert als der Hardware-Controller. Selbst wenn man sich dazu noch einen iPod touch kaufen muss, fährt man damit finanziell besser.

Musikalisch hat das Sonos-System einiges drauf. Im Radioangebot sind etliche tausend Sender zu finden, die nach Kriterien wie Musikrichtung oder Herkunftsland zu durchstöbern sind. Selbst die Antarktis führt das System auf, obwohl es für diese Region gar keine Web-Radios anbietet.

Der Sound der Straße - Blaupunkt Internet-Autoradios


Dass sich Internet-Radio auch im Auto nutzen lässt, will Blaupunkt in diesem Jahr beweisen. Prototypen der neuen Internet-Autoradios fuhren erstmals im Januar während der Unterhaltungselektronikmesse CES durch Las Vegas. Auf der Cebit in Hannover waren die Geräte dagegen nur hinter Glas zu sehen.

Derzeit plant das Wiesbadener Untermnehmen, drei Geräte auf den Markt zu bringen, die Radiosender aus dem Netz empfangen können: Das Navigationsgerät TravelPilot 600i, das DIN-Radio Hamburg 600i sowie das Doppel-DIN-Gerät New Jersey 600i. Ihnen allen gemein ist, dass sie auf bereits existierenden Geräten basieren und nicht mehr kosten sollen als ihre Vorgängermodelle, also ab knapp 300 Euro zu haben sein werden.

Um den Zugang zum Internet herzustellen, bedienen sich alle drei Geräte allerdings via Bluetooth des Handys ihres Besitzers. Eigene Mobilfunkempfänger besitzen sie nicht. Die zur Verfügung stehenden Radiosender werden in Listenform auf dem Display angezeigt und per Knopfdruck ausgewählt. Das ist immerhin leichter, als direkt die Web-Adresse eines Online-Radios einzugeben.

Bei rund 20.000 nutzbaren Radiostationen dürfte es aber trotzdem schwierig werden, während der Fahrt den richtigen zu finden. Wohl deshalb hat sich Blaupunkt mit dem Web-Radiodienst miRoamer zusammengetan. Der ermöglicht es seinen Anwendern, sich Profile mit Lieblingssendern anzulegen und auf verschiedenen Geräten abzurufen, darunter auch Blaupunkts Autoradios.

Kniffliger könnte es werden, auch noch bei Autobahngeschwindigkeit eine so stabile Internet-Verbindung aufrechtzuerhalten, dass Radioempfang ohne Unterbrechungen möglich ist. Aber hier sind eher Handy-Hersteller und Netzbetreiber in der Pflicht.

Empfang per Software - Web-Radios fürs Handy

Mit dem Handy kann kann man auch Radio hören, das ist nichts neues. Etliche Mobiltelefone sind mit einem UKW-Empfänger ausgestattet, nutzen die Kopfhörerkabel als Antenne, um lokale Sender zu empfangen. Die Fähigkeit, Internet-Radio zu hören, muss man dagegen meist nachrüsten. Passende Software vorausgesetzt.

Die gibt es glücklicherweise meist kostenlos. Für Handys, die Java unterstützen sowie für Nokia-Geräte mit S60-Betriebssystem und Sony-Ericsson-Mobiltelefone mit UIQ-System wird beispielsweise das Virtual Radio angeboten. Fast 2000 Web-Radiosender kennt die Software schon ab Werk. Etwas nervig: Die Gratis-Version erkauft man sich mit Werbeeinblendungen. Wenn das auf Dauer stört, bleibt nur der Griff ins Portemonnaie. Für 20,50 Dollar (ca. 14,50 Euro) kann man eine werbefreie Version kaufen.

Wie groß die Unterschiede bei Web-Radio-Software sein können, zeigt sich aber vor allem, wenn man sich das Angebot für das iPhone anschaut. Etliche Sender bieten hier Applikationen an, die nur ihr eigenes Programm empfangen können. Aber natürlich gibt es auch Universalisten wie Shoutcast, das so ziemlich jede Web-Station empfangen kann. Und auch der Fußballradiosender 90elf hat eine iPhone-App programmiert.

Ein Highlight ist aber das Programm FStream. Der Grund: Es hat eine Aufnahmefunktion, kann also Radiosendungen mitschneiden. Leider nur, solange es als einzige Applikation läuft, aber dass ist eine Einschränkung des iPhone und nicht dem Hersteller anzulasten.

Wichtig bei all den Handy-Radios ist aber, dass sie ziemlich teuer werden können, wenn man sie ohne W-Lan oder Datenflatrate benutzt. Bei Auslandsreisen sollte man darauf lieber ganz verzichten, solange man nicht beispielsweise in das W-Lan eines Hotels oder Cafés eingebucht ist.

Zukunftsmusik - Internet-Radios vom Discounter

Ihren Durchbruch zum Massenartikel werden Internet-Radios erst erleben, wenn sie wirklich für jedermann erschwinglich geworden sind. Das heißt, dass sich ihr Preis so weit wie möglich dem von UKW-Radios annähern muss - und die bekommt man bekanntlich für Peanuts. So einige Branchen-Experten prophezeien das seit Jahren, ohne dass es die Internet-Radios wirklich aus der Early-Adopter-Nische und Hochpreis-Ecke heraus geschafft hätten. Vielleicht reden wir hier aber auch eher über einen sukzessiven Prozess und nicht über einen technischen Generationenwechsel.

Darauf deutet die schiere Fülle des Produkt-Angebotes hin: Preiswerte Internet-Radios gibt es inzwischen von Dutzenden Firmen (Noxon, DNT, muvid, Freecom, Sagem usw.), in allen denkbaren Bauformen. Vergleichsweise teuer sind die Kisten noch immer, doch im Einsteiger-Segment ist die magische 100-Euro-Grenze mittlerweile unterschritten. die Handelsmarke muvid, unter anderem in den Läden der Metro-Kette verkauft, bietet mittlerweile Internet-Radios als klassische Stereoanlagen-Bausteine um 130 Euro an - vor einem Jahr ging das erst bei mehr als doppelt so hohem Preis los. Funktionstüchtige Internet-Radios gibt es in Angeboten ab etwa 70 Euro - und tatsächlich auch schon bei den ersten Discountern. Damit rückt der Massenmarkt merklich näher.

Die Standard-Bauformen der preiswertesten Internet-Radios sind entweder kleine Clients, die man mit Verstärkern und Boxen verbinden, sie also in bestehendes Hifi-Equipment einbinden muss, oder aber das, was man früher Küchenradios genannt hätte: Mehr oder minder schick gestylte Kleinradios mit noch kleineren Stereo- oder sogar Mono-Lautsprechern. Von den meisten darf man keine allzu tollen Klänge erwarten. Alle uns bekannten Modelle bieten allerdings die Möglichkeit, sie mit Stereoequipment zu verbinden - und liefern dann - abhängig von der Qualität der Radio-Streams - durchaus brauchbare Klangqualität.

Stellvertretend für viele im Segment haben wir uns das Renkforce Internet-Radio MX100I von Conrad Electronic angesehen. Der seit Herbst 2008 erhältliche "Topseller" des Elektronik-Discounters ist nur eines von 34 Internet-Radios (!), die dieser inzwischen im Katalog führt. Mit einem Verkaufspreis von 99,95 Euro liegt das Gerät inzwischen an der Oberkante des Discounter-Segments.

Wie viel Web-Radio bekommt man also für rund 100 Euro?

Man bekommt ein Gerät mit Monochrom-Display, Lan- und W-Lan-Ausrüstung, das seine Daten direkt ab DSL bezieht. Das Menü erschließt die derzeit angeblich rund 10.000 abrufbaren Radiostationen nach geografischer Herkunft oder (weit interessanter) nach Genre. Die Senderlisten sind gut gepflegt, was verzeichnet ist, ist auch abrufbar. Die Qualitäten schwanken, eine Kennzeichnung für Streams unter 128 kbit fehlt leider - hin und wieder dröppelt also Musik deutlich unter UKW-Niveau aus den Lautsprechern.

Die tönen Stereo mit bescheidenen zwei Watt Ausgangsleistung, dafür dank Bassreflex-Bauweise durchaus mit Tiefen und Wumms. Ab 60 Prozent der Lautstärke klirrt und scheppert das allerdings auch schon ganz deutlich. An eine bestehende Stereoanlage angebunden sieht das ganz anders aus - da glänzt das Renkforce als zwar ungünstig geformter, aber vollauf tauglicher Baustein.

Die Bedienung läuft per Fernbedienung oder - realistischer - per Knopfdruck: Auf der Oberseite des Gerätes gibt es drei programmierbare Stationstasten, die man mit Favoriten belegen kann. Das Stochern im Menü läuft über ein Scrollrad: Ein Druck darauf entspricht der Enter-Funktion, ein Drehen führt durch die Einträge des direkt darüber angesiedelten Menüs. Das ist leicht gewöhnungsbedürftig, aber schnell gelernt: Eine bessere Methode, 10.000 Radiostationen irgendwie zu durchpflügen, fiele uns auch nicht ein.

Außer, man erledigt das Online. Über die Anbindung des Web-Dienstes Receiva kann man das Angebot des Radios verändern - auch das ein Internet-Radio-Standard, wie ihn natürlich auch teurere Modelle bieten. Die Registrierung ist so einfach wie die Einbindung des Radios - nur bietet der Dienst darüber hinaus kaum Mehrwert. Man kann Podcasts oder zusätzliche Streams und Stationen hinzufügen, eine Menü- oder Funktionsverwaltung des Radios selbst aber ist nicht drin. Sprich: War man bei Receiva fleißig, hangelt man sich künftig nicht mehr durch 10.000 Stationen, sondern beispielsweise durch 10.089 Stationen und 132 Podcasts. Für solche Internet-Radio-Web-Schnittstellen gibt es also deutlich bessere Lösungen, aber wohl nicht für 99,95 Euro.

Dafür kann man sich vom Renkforce wecken lassen. Neben der PC-Anbindung, um als Media-Player vom Rechner zu streamen, ist das die dritte, ebenfalls typische Funktion vieler Internet-Radios.

Ist das alles nun gut?

Es ist zumindest nicht schlecht: Die Soundqualität der Boxen kann zwar nicht befriedigen, doch das Handling ist leicht, das Musikangebot so breit und groß und begeisternd, wie man das vom Internet-Radio kennt, leider aber nicht aus der heimischen Dudelfunk-Szene, in der Musik jenseits des Mainstreams vorzugsweise in der Zeit zwischen 3.20 Uhr und Sonnenaufgang stattfindet - wenn überhaupt. Also ja: Wer Spaß hat an Musik, hat auch Freude an so einem kleinen Internet-Radio, vor allem, wenn es mit brauchbaren Boxen verbunden wird. Konkurrenten schießen sich in diesem Marktsegment mittlerweile auf die 70-Euro-Grenze ein, spätestens bei 50 Euro dann wird es auch für weniger Technik-affine Zielgruppen interessant: Wenn so kleine Internet-Radios zum Mitnahme-Artikel beim Discounter werden, wird der Durchbruch zum Massenmarkt kommen. Das ist nur noch eine Frage der Zeit: Mehrere Handelsmarken, die über große Ketten verkauft werden, haben erste Geräte im Angebot oder bereiten weitere vor. Jede Wette: Die ersten Sonderangebote kommen noch in diesem Jahr.

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