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Losung des Tages

Denn gleichwie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, bis er die Erde getränkt und befruchtet und zum Grünen gebracht hat und dem Sämann Samen gegeben hat und Brot dem, der ißt - genauso soll auch mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht: es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe!
Jesaja 55,10-11

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Jedes Leben ist wertvoll!

Zur Diskussion über Abtreibung und pränatale Diagnostik

Abtreibung ist weltweit die häufigste Todesursache. Es wird pro Jahr die unglaubliche Anzahl von ca. 43 Millionen ungeborenen Kindern getötet. Das entspricht Jahr für Jahr einem ganzen Volk! Im Mutterleib werden mehr als doppelt so viele Menschen vorsätzlich getötet, wie an Hunger und Armut sterben, an Ebola und Aids, durch Naturkatastrophen, Terroranschläge und Unfälle – alle zusammengenommen!

1. Gottes Gebot: „Du sollst nicht töten!“

In den Zehn Geboten gebietet Gott in 2. Mose 20,13 und 5. Mose 5,17: „Du sollst nicht töten!“ Das scheint erst einmal eindeutig. Doch was ist hier eigentlich gemeint? Im Hebräischen gibt es verschiedene Worte für das Töten:
• Morden
• Töten im Krieg (z. B. 2. Sam. 1,19)
• Ausführen eines Todesurteils (vgl. 2. Mose 21,12.15–17) usw.

Das ist ganz ähnlich wie im Deutschen, wo wir z. B. unterscheiden zwischen Mord (vorsätzlich), Totschlag (unabsichtlich), lynchen, erschießen, (im Krieg) fallen, hinrichten, (ein Tier) schlachten usw. In 2. Mose 20,13 steht genau genommen: „Du sollst niemand ermorden“, „niemanden ungesetzlich töten“. Was gehört nun nach der Heiligen Schrift alles zum „Morden“ oder „einen Mord begehen“? Das sechste Gebot bezieht sich auf Mord, Abtreibung, aktive Sterbehilfe und Selbstmord. Nicht dazu gehört: Tiere zu töten oder zu schlachten, jemanden (beim Ausführen der Todesstrafe) hinrichten (1. Mose 9,5–6); die Selbstverteidigung des Einzelnen (Not wehr, 2. Mose 22,1–2), oder das Töten im Krieg (Verteidigung des Landes, Röm. 13,4). Gott hat nirgends einer Instanz das Recht verliehen, ungeborene, unschuldige Kinder zu töten. Gott will den Menschen schützen, und zwar jeden Menschen, auch den jungen Menschen im Mutterleib! Bei der Frage nach der Abtreibung ist es wichtig, zu klären:

2. Wann beginnt das menschliche Leben?

Man könnte auch fragen: Wann erhält der Mensch seinen Geist bzw. seine Seele? Die Bibel zeigt uns, dass die menschliche Rasse in Adam geschaffen wurde und sich nun nicht mehr durch fortwähren de Schöpfung, sondern durch natürliche Fortpflanzung vermehrt. Dies betrifft Leib und Geist. Wir lesen in 1. Mose 5,1–3: „An dem Tag, als Gott Adam schuf, machte er ihn Gott ähnlich … Und Adam lebte 130 Jahre und zeugte einen Sohn, ihm ähnlich …“ Aus der Parallelität der unterstrichenen Begriffe erkennt man: Durch die Zeugung wird der Mensch zum kompletten Men schen mit Leib und Geist. Der Geist kommt nicht erst irgendwann während der Schwanger schaft von außen hinzu. Gott hat dem Menschen die Fähigkeit gegeben, einen neuen Menschen mit Körper und Geist zu zeugen. Die medizinische Forschung zeigt, dass der Mensch schon mit der Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle (Zygote) eindeutig ein Individuum ist, ein unverwechselbar einmaliger Mensch.

Wir wollen hier ganz kurz die Stadien der menschlichen Entwicklung skizzieren:

1. Sperma und Eizelle
2. Zygote: Vereinigung von Sperma und Eizelle: vier- bis sechstägige Reise durch den Eileiter.
3. Embryo: Die Zygote ist in der Gebärmutter eingepflanzt.
4. Fötus: Der Embryo hat alle körperli chen menschlichen Eigenschaften nach ca. acht Wochen entwickelt.
5. Säugling: Auch nach der Geburt ist er total abhängig.
6. Kind
7. Jugendlicher
8. Erwachsener

Die Diskussionen heute gehen nicht mehr in erster Linie darum, ab wann der Mensch Mensch ist, sondern es geht häufiger um den Wert der verschiedenen Lebensfor men. Es ist die Frage, ob man von der Unantastbarkeit allen menschlichen Lebens ausgeht (wie die Bibel) oder ob man eine soziale Ethik annimmt, wo manches menschliche Leben wertgeschätzt wird und anderes nicht. Doch wer entscheidet darüber, was lebenswert ist und was nicht? Hier hat Adolf Hitler ganz anders entschieden, als es z. B. Friedrich von Bodelschwingh tat, der die Behinderten in der Anstalt Bethel schützte. Oft wird auch gefragt, ab wann der Mensch eine Persönlichkeit ist. In Psalm 139,13.16 lesen wir, dass Gott den Psalmisten bereits im Mutterleib als Person sah, „als er noch unentwickelt war“. Gott berief und heiligte einzelne Propheten und Gottesmänner bereits im Mutterleib, z. B. Jeremia (Jer. 1,5), oder Simson. Dessen Mutter bekam für die Schwangerschaft den Befehl, wie ein Nasiräer auf manches zu verzichten (Ri. 13,5–7): „Trinke weder Wein noch Rausch trank und iss nichts Unreines; denn ein Nasiräer Gottes soll der Junge sein vom Mutterleib an.“ Johannes der Täufer wurde schon im Mutterleib mit dem Heiligen Geist erfüllt. Das konnte auch seine Mutter bemerken. Als sie im sechsten Monat der Schwan gerschaft von Maria Besuch bekam, hüpfte das Kind (Johannes) vor Freude in ihrem Leib. Durch den Heiligen Geist erkannte es übernatürlich, dass im Leib der Maria bereits der Herr Jesus empfangen und anwesend war (Luk. 1,15.41–44).

3. Gott schützt das ungeborene Leben genauso wie das geborene

Hierzu finden wir in 2. Mose 21,22–25 einen erstaunlich deutlichen Beleg: „Wenn Männer sich streiten und eine schwangere Frau stoßen, so dass [Fall 1]: eine Frühgeburt eintritt (wörtl. dass die Kinder herauskommen), sonst aber kein Schaden entsteht, so muss [dem Schuldi gen] eine Geldstrafe auferlegt werden, wie sie der Ehemann der Frau festsetzt; und er soll sie auf richterliche Entscheidung hin geben. [Fall 2]: Falls aber ein Schaden entsteht, so sollst du geben: Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brand mal, Wunde um Wunde, Beule um Beule.“ Hierzu gibt es zwei verschiedene Ausle gungen, und zwar je nach Übersetzung, ob

• die Kinder der Frau abgehen, d. h., eine Fehlgeburt tritt ein und das Kind stirbt (so übersetzt z. B. die Elberfelder Übersetzung), oder
• die Kinder herauskommen, d. h. es findet eine lebensfähige Frühgeburt statt – so über setzt z. B. Schlachter 2000.

Die genaue Betrachtung der hebräischen Begriffe hilft hier zum klaren Verständnis: Der Begriff „Kind“ (hebr. yeled) bezieht sich immer auf ein bereits geborenes Kind, nie auf ein Kind im Mutterleib. Das bedeutet im [Fall 1]: Ein lebensfähiges Kind wird geboren (Frühgeburt). Der Begriff „herauskommen“ (hebr. yatza) beschreibt immer die normale Geburt, nicht den Tod eines Kindes oder eine Fehlgeburt. Das Wort „Schaden“ (hebr. ason) bezieht sich offensichtlich auf Mutter und Kind. So erklärt John D. Hannah ganz richtig: „Wenn eine schwangere Frau ihr Kind infolge eines Stoßes vorzeitig zur Welt brachte, aber beide sonst unverletzt blieben, so sollte der schuldige Teil die Ent schädigung bezahlen, die der Ehemann der Frau und das Gericht festlegten. Aber wenn bei der schwangeren Frau oder ihrem Kind eine Verletzung entstanden war, dann sollte der Angreifer im Verhältnis zur Art der Verletzung bestraft werden. Während der unbeabsichtigte Totschlag normalerweise kein Kapitalverbrechen war …, so ist er es hier eindeutig. Der ungeborene Fötus wird in dieser Passage als menschliches Wesen so wie seine Mutter betrachtet; die so herbeigeführte Fehlgeburt eines Fötusses wurde als Mord betrachtet.“ Oft wird für Abtreibung mit Opfern von Vergewaltigungen argumentiert. Allerdings betrifft dies nur einen verschwindend geringen Anteil. Erlittenes Unrecht gibt uns jedoch nicht die Erlaubnis, anderen – in diesem Fall dem ungeborenen Kind – ebenfalls Unrecht zu tun. Eine Ausnahme gibt es nur bei einem Wertekonflikt: Es geht um die Problematik, wenn das Leben der Mutter durch die Schwangerschaft auf dem Spiel steht. Das ist z. B. bei einer Eileiterschwangerschaft (Schwangerschaft außerhalb der Gebär mutter) gegeben. Sie ist lebensbedrohlich für die Mutter und somit gleichzeitig auch für das Kind. Nach derzeitigem medizini schem Wissensstand ist es in so einem Fall nicht möglich, das Leben des Embryos zu retten. Durch einen Eingriff kann das Leben der Mutter erhalten werden.

4. Folgerungen für uns

a) Abtreibende Wirkung mancher Verhütungsmethoden Darunter fallen diejenigen Mittel, die darauf zielen, die Einnistung eines bereits befruchteten Eis (Zygote) zu verhindern (Nidationshemmung). Leider wird in der Medizin nicht von abtreibender Wirkung gesprochen, weil hier in der Regel von Abtreibung erst gesprochen wird, wenn der neue, kleine Mensch sich bereits in der Gebärmutter eingenistet hat. Nidationshemmende Wirkung haben unter anderem Spirale, Hormonspirale (oder Intra- Uterin-System), Pille, Micropille und die Pille danach.

b) Pränatale (vorgeburtliche) Diagnostik Früher war es selbstverständlich, dass bei der Feststellung einer Schwangerschaft der Arzt der Mutter gratulierte. Heute dagegen wird oft die Frage gestellt, ob die Mutter das Kind überhaupt will. Ein Beispiel: Als eine unverheiratete Frau ungeplant schwanger wurde, wurde ihr bei der Bestätigung der Schwangerschaft beim Frauenarzt gleich ein Infozettel und eine Visitenkarte gege ben: Dorthin könne sie sich wenden, wenn sie das Kind abtreiben lassen wolle. Sie musste sich regelrecht gegen die Annahme dieses Visitenkärtchens „wehren“. Ebenfalls wird mit Nachdruck zur vorgeburtlichen Diagnostik geraten, damit eine genetisch bedingte Behinderung oder sonstige gesundheitliche Risiken beim Kind festgestellt werden können. Gerade bei Risikoschwangerschaften (z. B. wegen des Alters der Mutter) ist der Arzt in Deutsch land sogar dazu verpflichtet, hierüber ausführlich zu beraten. Mit neuen Bluttests (NIPT) ist das risikoärmer und früher mög lich als bei einer Fruchtwasserunter suchung. Zudem sind die Ergebnisse genauer. Es wird inzwischen als völlig selbstverständlich angesehen, dass bei einer gewis sen Wahrscheinlichkeit auf eine Behinde rung das Kind abgetrieben wird. So musste eine Frau, bei der so etwas diagnostiziert wurde, bei einigen weiteren Untersuchun gen immer wieder unterschreiben, dass sie weitere Pränatal-Untersuchungen ablehnt. Gott hat ein Wunder getan, und das Kind kam völlig gesund zur Welt. Es ist inzwischen möglich, im Voraus vieles über das Kind zu erfahren. Was aber können werdende Eltern mit solchen Diagnosen auf einen auffälligen Befund anfangen? Eine Heilung von genetischen Behinderungen ist bis heute nicht möglich. So treiben inzwischen in Deutschland nach einer Down- Syndrom-Diagnose 90% der Frauen ihr Kind ab. Und das wird von Ärzten, Angehörigen und der Gesellschaft nicht nur akzeptiert, sondern zunehmend nahegelegt. Aus medizinischer Sicht ist eine Genana lyse nicht notwendig. Viel besser ist es, schon im Vorfeld das Kind bewusst aus Gottes Hand anzunehmen. Das erfordert Glaubensmut. Einer Frau mit einer familiären, genetischen Belastung wurde nahegelegt, die Organe des Kindes genauer untersuchen zu lassen. Nach dem Hinweis, dass eine Abtreibung für sie auf keinen Fall infrage komme, meinte die Ärztin, dass sie sich dann den Termin auch sparen könne. Was die Mutter dann auch tat. Nach der Geburt stellte sich heraus, dass das Kind völlig gesund war. Wie wohltuend ist es, wenn in der Gemeinde für werdende Eltern und ihre ungeborenen Kinder gebetet wird. Gott erhört gern.

c) Wenn eine Frau abgetrieben hat Wie schnell können Frauen in Notlagen kommen, mit denen sie nicht gerechnet hatten. Dennoch ist Abtreibung keine Lösung. Manche Frauen haben danach noch jahrzehntelang Gewissensbisse (Spr. 28,17), andere verdrängen sie. Hier braucht es Feingefühl im Gespräch. Auch mit solchen, die „ungewollt“ schwanger geworden sind. Auch für eine Frau, die abgetrieben hat, gibt es Vergebung von unserem barmher zigen Gott (und ebenso für Männer, falls sie einer solchen Abtreibung zugestimmt haben). Wir müssen ihm nur alles aufrichtig bekennen. „Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden“ (Jes. 1,18). Gott gab das vollwertige Leben seines eigenen Sohnes Jesus Christus am Kreuz hin, um uns Sünder zu retten, die wir dem drohenden, ewigen Gericht unterworfen waren. Jeder, auch der „unwerteste“ Mensch, ist vor Gott vollwertig Mensch. Jesus Christus macht aus Sündern vor Gott Angenehme und Gerechte! Das gibt uns Wert! Jedem! So wollen wir allen das Evangelium weitersagen und uns auch für die Ungeborenen und Mütter in Not einsetzen!

EfA-Nachrichten 3/2015

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