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Wohin steuert die ev. Allianz?

In den letzten Monaten haben sich Meldungen gehäuft, in denen behauptet wird, das Verhältnis zwischen der Ev. Kirche in Deutschland (EKD) samt ihren Landeskirchen und der Deutschen Ev. Allianz (DEA) habe sich entspannt. In auffälliger Parallelität taucht die gleiche Behauptung auch für das Verhältnis zwischen dem Weltkirchenrat und der Weltweiten Ev. Allianz (WEA) auf.

Der Weltkirchenrat hat seit vielen Jahren die Parole wiederholt, man solle sich verstärkt um die Evangelikalen bemühen. Den meisten Evangelikalen wird vermutlich unbekannt sein, dass inzwischen auch führende Vertreter der WEA der Behauptung, das Verhältnis zu anderen Christen habe sich entspannt, zustimmen. So legte der südafrikanische Baptistenpastor und WEA-Präsident Ndaba Mazabane auf der letzten Allianzkonferenz im August in Bad Blankenburg offen, dass es mittlerweile internationale Gremien gebe, in denen Vertreter der WEA sowie protestantischer und katholischer Kirchen theologische Voraussetzungen für eine geistliche Einheit in der Christenheit ausloteten. Wie stark man mit den Evangelikalen auf der Welt¬ebene rechnet, zeigt auch die Bemerkung des ev. Landesbischofs von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, der die Evangelikalen in einen geplanten Weltkirchentag „einbinden" möchte.

Auf der Allianzkonferenz im August blies der ev. Landeskirchler und Vorsitzende der DEA, Jürgen Werth, in das gleiche Horn der Entspannung. Man beachte jedoch seine Begründung: Als ein Zeichen der zuneh¬menden Sympathie der EKD für die DEA sieht Werth seine eigene Berufung in Vorbereitungsgruppen zu EKD-Synoden an. Am Umbau des Blankenburger Al¬lianzhauses beteiligen sich EKD und thüringische Lan¬deskirche mit je 200.000 Euro – ein weiterer genannter Grund. Auch eine geplante Fernsehübertragung der Allianzkonferenz 2009 wertete der DEA-Vorsitzende als Abbau von Berührungsängsten zwischen Volkskirche und evangelikalem Lager. Schon im März 2007 hatte sich der stellvertretende Ratsvorsitzende der EKD, der thüringische Lan¬desbischof Christoph Köhler, für eine noch engere Zusammenar¬beit zwischen Landeskirchen und DEA ausgesprochen. Bei Werths Einführung als Allianzvorsit¬zender erklärte er: „Lassen Sie uns miteinander Christus verkündigen!" Dabei hob er u. a. das einigende Band der Musik hervor: Sie baue Brücken auch zwischen den Konfessionen.

Doch stehen alle Evangelikalen, die sich zur DEA zählen, hinter dem Schmusekurs, den ihre „Oberen" vorgeben? Wohl kaum! Wer als einigendes Band zwischen Landeskirchlern und Allianzlern ausgerechnet die Musik nennt, wird bei manchem Evangelikalen mit bibeltreuer Prägung nur Kopfschütteln verursachen.

Während einerseits Landeskirchler und ein gewisser Teil der Evangelikalen aufeinander zugehen, beginnt innerhalb des evangelikalen Lagers derzeit ein Prozess, all diejenigen auszusortieren, die vermutlich diesem Einbindungs-Kurs aus theologischen Gründen -nicht zustimmen werden und ihn deshalb stören würden. Eines ist sicher: Die Neo-Evangelikalen werden sich problemlos in ein neues großes Ganzes der Christen¬heit einbinden lassen, was konservative Bibeltreue mit Sicherheit nicht mit sich machen lassen werden.

Wenn führende Allianzler wie Jürgen Werth so tun, als sei mit Akzeptanz und Sympathie schon etwas gewonnen oder als seien die früheren Abgrenzungen der Allianz gegenüber der Volkskirche in „Berührungs¬ängsten" begründet, so ist diese Argumentationslinie entweder eine gezielte Täuschung oder schlichtes Halbwissen. Alle früheren Abgrenzungen durch die Allianz waren biblisch begründet! Und wenn diese heute nicht mehr gelten sollen, müsste anhand der Bibel klargestellt werden, warum die früheren biblischen Begrün¬dungen falsch sein sollen. Die führenden Allianzler, die jetzt einen „neuen offenen Kurs" propagieren, sind biblische Begründungen für den Kurswechsel bislang schuldig geblieben. Zu Begründungen sind also nicht diejenigen verpflichtet, die aus biblischen Gründen an den früheren Abgrenzungen der Allianz gegen Katholizismus, Ökumenismus oder Charismatik festhalten, sondern diejenigen, die der Allianzbasis nun einen Kurswechsel aufdrängen wollen. Soll es irgendwann in der Zukunft tatsächlich um die „geistliche Einheit" gehen, muss die seit Langem tabuisierte Frage eines gemeinsamen Maßstabes endlich offen auf den Tisch. Dieser eine Maßstab muss allein die Heilige Schrift sein. Dann aber wird deutlich werden, dass auf katholischer Seite neben der Bibel die Tradition und die Lehrautorität der Kirche stehen, wodurch die Bibel relativiert wird. Und dann wird ebenso deutlich, dass die EKD-Kirchen die historisch-kritische Methode samt ihren atheistischen Voraussetzungen lehrmäßig voll übernommen haben — somit Gott und sein Wort menschlichen Vorurteilen unterwerfen. Eine Einheit der Christen kann nur auf Basis der Wahrheit, der vorbehaltlosen Akzeptanz des Wortes Gottes, möglich sein. Auf dieser Basis braucht eine Einheit nicht einmal von Menschen geschaffen werden. Sie wird allen, die so glauben, von Gott geschenkt.

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